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Elektrische Antriebe und Steuerungen

Tech-Podcast: Wie ROS die Automatisierung verändert

Die Welt der Automatisierung verändert sich rasant, getrieben von den Anforderungen an Effizienz, Nachhaltigkeit und die Integration neuer Technologien. Dabei spielt eine Technologie eine zentrale Rolle, die ursprünglich als akademisches Experiment begann: das Robot Operating System (ROS). Was macht ROS so besonders, und warum setzt es sich zunehmend in einer Industrie durch, die traditionell auf geschlossene, proprietäre Systeme setzt?

ROS: Ein Ökosystem statt eines Produkts

ROS ist kein Betriebssystem im klassischen Sinne, sondern ein Software-Framework, das auf Modularität und Standardisierung setzt. Ursprünglich für akademische Zwecke entwickelt, hat sich ROS zu einer Plattform entwickelt, die nicht nur Universitäten, sondern auch Start-ups und zunehmend etablierte Industriegrößen wie Bosch Rexroth und Yaskawa anzieht.

Das Herzstück von ROS liegt in der offenen Architektur: Entwickler können auf vorgefertigte Bibliotheken und standardisierte Datenströme zurückgreifen, um Roboteranwendungen zu erstellen, ohne das Rad jedes Mal neu erfinden zu müssen. Eine Kamera von Hersteller A lässt sich problemlos durch ein Modell von Hersteller B ersetzen, ohne den gesamten Code umschreiben zu müssen. Diese Flexibilität macht ROS besonders attraktiv – vor allem für Unternehmen, die agil auf Marktanforderungen reagieren müssen.

Tech-Podcast Episode mit Dr. Denis Stogl

Die neue Offenheit der Industrie

Der Übergang zu offenen Systemen wie ROS markiert einen kulturellen Wandel in der Automatisierung. Jahrelang galt die Maxime: Wer die Kontrolle über seinen Code hat, hat die Macht. Doch in einer globalisierten, digitalen Welt zeigt sich, dass geschlossene Systeme oft zur Innovationsbremse werden. Unternehmen wie Bosch Rexroth setzen mittlerweile auf hybride Ansätze, bei denen Open-Source-Komponenten wie ROS nahtlos in proprietäre Steuerungen integriert werden. Das spart nicht nur Zeit und Ressourcen, sondern schafft auch Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern.

Ein praktisches Beispiel: Während es früher Wochen dauern konnte, eine Robotersteuerung von Hersteller X auf ein System von Hersteller Y zu übertragen, sprechen Ross-Experten heute von wenigen Tagen. Dies liegt an der universellen Verwendbarkeit der standardisierten Schnittstellen und den offenen Kommunikationsprotokollen wie DDS, die ROS 2 unterstützt.

Der Preis der Offenheit: Herausforderungen mit ROS

Natürlich bringt die Arbeit mit Open-Source-Technologien auch Herausforderungen mit sich. ROS erfordert eine steile Lernkurve, und nicht jede Funktionalität ist „out of the box“ verfügbar. Hinzu kommt, dass die Weiterentwicklung von ROS stark von einer globalen Community getragen wird, die oft auf freiwilliger Basis arbeitet. Diese dezentrale Struktur kann zu Verzögerungen führen, wenn es um Bugfixes oder die Einführung neuer Features geht.

Trotzdem zeigt die Praxis, dass die Vorteile überwiegen: Die Möglichkeit, weltweit auf eine Community von Experten zurückzugreifen, schafft nicht nur neue Synergien, sondern erhöht auch die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber. Gerade junge Entwickler, die von der Universität kommen, schätzen die Arbeit mit ROS, weil sie bereits im Studium damit vertraut gemacht wurden.

Fazit: Eine Technologie mit Zukunft

Die Integration von ROS in der Automatisierung ist mehr als nur ein technischer Trend – sie ist ein Paradigmenwechsel. Während etablierte Anbieter ihre eigenen Frameworks weiterhin pflegen, erkennen immer mehr Unternehmen die Vorteile eines offenen Systems. ROS bietet eine Plattform, die nicht nur Innovationen beschleunigt, sondern auch den Zugang zu internationalen Talenten erleichtert und langfristige Zukunftssicherheit schafft.

Diese und weitere Episoden aus unterschiedlichen Themengebieten finden Sie in unserem Tech-Podcast Kanal "Industrie neu gedacht" oder bei allen bekannten Plattformen.

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Interviewgast:
Dr. Denis Stogl
b-robotized by Stogl Robotics

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Dr. Denis Stogl

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Ansprechpartnerin Tech-Podcast:
Susanne Noll

Interviewgast Dr. Denis Stogl